This is Not a Swan Song

This Is Not A Swan Song

Ballhaus Ost Berlin

Ein Chor singt die letzten Worte vieler Berühmter und Unbekannter. Eine Kreatur kauert in einem Bunker am Ende der Zeit. Anna Pavlova tanzt zum letzten Mal den sterbenden Schwan. Ein Lied in der ausgestorbenen Sprache der Tasmanier erklingt. Glühlampen, Diaprojektoren und selbstspielende Musikmaschinen leuchten und spielen wie von Geisterhand. Das Ende kann kommen.

Berlin, Ballhaus Ost, 18-20 Januar 2018, 20:00, 15€/10€

„Endlich wird man meine Musik spielen“ - das sollen die letzten Worte von Hector Berlioz gewesen sein. Ernst Jünger hat sie gesammelt – die letzten Worte vieler Berühmter und Unbekannter. Denn das Ende ist faszinierend und es lauert überall: seien es aussterbende Arten, nicht mehr entzifferbare Sprachen oder sicher geglaubte Gewissheiten. In den Nachrichten klopft die Apokalypse wieder an.

Die elektro-akustischen Musiker Marion Wörle und Maciej Sledziecki aka gamut inc haben gemeinsam mit der amerikanischen Librettistin Leslie Dunton-Downe das intensive Musiktheater THIS IS NOT A SWAN SONG entworfen, das sich dem Ende assoziativ und vielschichtig nähert.

Eine Kreatur (Jordan Rountree) verrichtet einen klar geregelten Alltag in einem geschützten Bunker. Was draußen ist und warum die Kreatur sich drinnen versteckt, wissen wir nicht. Aber etwas stimmt nicht. In halluzinatorischen Visionen interveniert der „Chor der letzten Worte“ in diese routinierten Abläufe der Kreatur. Anna Pavlova tanzt zum letzten Mal den sterbenden Schwan. Ein Lied in der ausgestorbenen Sprache der Tasmanier erklingt, wird rekonstruiert. Ein selbstspielendes Akkordeon spielt geisterhaft ohne Menschenhand. Und dann sind da noch die Dinge, die einfach nicht zu Ende gehen wollen. Längst überwunden geglaubte Ideologien, die wiederkommen wie Untote.

Die elektro-akustische Musik verbindet intensive elektronische Klänge mit E-Gitarre, eigenwillig bespieltem Schlagwerk, unorthodox klingenden Saiteninstrumenten und einem achtstimmigen Chor, der singt, zischt, und die letzten Worte bis zum Ende des Atems faucht. Der Perkussionist und Lichtkünstler Michael Vorfeld spielt dabei auf selbst entworfenen vielsaitigen Monochorden und Perkussionsinstrumenten. Ausschnitte seiner Kollektion aussterbender Glühlampen und Kodak Carousel Diaprojektoren sind nicht nur Teil des Bühnenbilds, ihre Stromkreise und Betriebsgeräusche werden als feines Elektronenflickern hörbar in die Musik eingewoben.
Das Ende kann kommen.

Gamut Inc: Komposition, Produktion
Leslie Dunton-Downer: Libretto
Marion Wörle: Elektronik
Maciej Sledziecki: E-Gitarre
Michael Vorfeld: Perkussion, Glühlampen
Jordan Rountree: Performance
Rodrigo Lopez Klingenfuss: Chorleitung Köln
Armando Merino: Chorleitung München
Antoine Daurat: Chorleitung Berlin
Robert Nacken: Klangregie

Licht und Bühne: Gamut Inc und Michael Vorfeld

Vera Firmbach: Öffentlichkeitsarbeit Köln
Nora Gores: Öffentlichkeitsarbeit Berlin

Gefördert durch:
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Kulturamt der Stadt Köln, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V., Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Schwere Reiter Musik, Bezirksamt Pankow von Berlin.