Die Bretter, die die Welt bedeuten / Winkler / Ssempijja

Die Bretter Die Die Welt Bedeuten / Winkler / Ssempijja

Ballhaus Ost Berlin

Premiere 19. April 2018
20. | 21. | 22. April
jeweils 20.00 Uhr

15 | 10 Euro

Friedrich Schiller setzt in seinem Gedicht »An die Freude« seine überschaubare Weimarer Welt mit den großen Verhältnissen in der Welt in Beziehung. Ausgehend von seinen Zeilen »Sehn wir doch das Große aller Zeiten / Auf den Brettern, die die Welt bedeuten« hinterfragen Christoph Winkler und Robert Ssempijja in ihrer gemeinsamen Arbeit das Verhältnis zwischen afrikanischem und westlichem zeitgenössischem Tanz.
Robert Ssempijja bringt symbolisch Bodenbretter des einzigen Tanzstudios in Kampala für zeitgenössischen Tanz nach Berlin. Diese Bretter sind ein Symbol für die Identität der Tanzszene Ugandas. Mit ihrem Umzug nach Berlin reisen auch all die Ideen mit, welche auf ihnen entworfen wurden, und stellen sie dadurch in einen neuen Kontext. Wem gehören die Bretter, die die Welt bedeuten, was wird darauf gespielt und von wessen Welt ist da die Rede?
Bei Friedrich Schiller geht die Faszination für das Unbekannte der weiten Welt einher mit der Zufriedenheit mit der eigenen Situation. Eine mentale Konstellation, die sich so durchaus auch auf unsere heutige Situation übertragen lässt. Gerne plädieren wir für mehr Teilhabe und würden post-koloniale Effekte korrigieren, aber dies würde bedeuten, dass sich auch die eigene Situation ändern muss. Schaut man auf den westlichen Tanz, so wird schnell klar, dass dessen Ästhetiken einen weißen Erfahrungshintergrund haben. Daraus entwickeln sich Präferenzen für bestimmte Körperkonzepte, die unsere Idee von zeitgenössischem Tanz prägen. Dies kreiert eine kulturelle Dominanz welche für uns selbst weniger spürbar ist, für junge afrikanische Choreograf*innen wie Robert Ssempijja dagegen schon. Während der Performance werden die Bodenbretter aus Kampala Stück für Stück wieder zusammengesetzt und geben dem Darsteller die Möglichkeit, in Tänzen und Geschichten über den Austausch zwischen den beiden Welten zu erzählen.

Robert Ssempijja studierte u.a. an der Ecolé des Sables in Senegal. Sein Stil verbindet traditionellen Tanz aus Uganda mit Breakdance und zeitgenössischen Tanztechniken.

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Konzept / Choreographie
Christoph Winkler

Choreografie, Tanz
Robert Ssempijja

Ausstattung
Valentina Primavera

Technische Leitung Berlin
Fabian Eichner

Produktionsdramaturgie
ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

Eine Produktion von Christoph Winkler und ehrliche arbeit – freies Kulturbüro – in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und den Fonds Darstellende Künste e. V.
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